lanpho

Landschafts- und Großformatphotographie

Geotagging

4 Kommentare

Beim Thema Geotagging scheiden sich die Geister: die Einen halten es für unnötigen Aufwand, die Anderen sind begeistert.
Wer kennt das nicht? Man ist mit der Kamera im Urlaub oder in unwegsamen Gelände unterwegs und ist mit der Landschaft beschäftigt. Zuhause am Computer ist man sich jedoch nicht mehr ganz so sicher, wo genau die Aufnahme entstanden ist. Je länger die Zeit zurück reicht desto verschwommener werden die Erinnerungen. Genau hier kommt das Geotagging ins Spiel.
Geotagging ist das Zuweisen von Ortsinformationen meist im GPS Format zu bestehenden Metadaten in Fotoaufnahmen.
Hierbei werden die GPS Werte als sog. Tracks (Spuren) mit GPS Empfängern aufgezeichnet und nachträglich zu den Aufnahmen hinzugefügt, oder direkt in der Kamera in die Metainformationen der Bilder gespeichert.

Die Aufzeichnung
Eine sehr einfache Möglichkeit der Aufzeichnung ist die Kamera dies mit einem eingebauten oder angesetzten GPS-Empfänger machen zu lassen. Jedoch bietet nicht jede Kamera die Möglichkeit dazu und auch der Akkuverbrauch steigt enorm. Daher greifen die meisten Geotagger auf externe GPS Geräte zurück. Hierbei gibt es einfachere Geräte die nur den aktuellen Weg als Track aufzeichnen, wie etwa den GPSLogger Holux M-241. Dieser kleine Empfänger ist nur etwas Größer als eine Filmdose, wiegt ca. 40g ohne Batterie und ist damit leicht am Rucksack oder der Jackentasche zu befestigen.
Wer es etwas komfortabler mag nimmt ein Hand-GPS-Gerät wie etwa einen Garmin GPSmap 62-Serie. Diese Geräte bieten nicht nur die Möglichkeit einen Track aufzuzeichnen, sondern sind auch vollwertige Navigationscomputer mit Kartendarstellung. So kann etwa hier eine Wanderroute bereits zuhause am Computer geplant und dann auf dem Gerät abgerufen werden.

gpsgeräte

Die Referenzierung
Bei der Referenzierung werden die aufgezeichneten GPS-Tracks mit den Zeitstempeln der aufgenommenen Fotos verglichen und die jeweils passenden GPS-Ortsinformationen in die Bilddateien geschrieben. Die Software errechnet hierzu auch die Positionen zwischen den aufgezeichneten Wegpunkten und so kann für jedes aufgenommene Foto der passende GPS-Wert errechnet werden. Wichtig hierbei ist, dass die Zeitstempel in den Fotos richtig, also die Kamerauhrzeit richtig eingestellt ist, sonst ist eine korrekte Referenzierung nicht möglich.

GeoSetter
Die wohl bekannteste Software für die Referenzierung von Geodaten ist die Freeware Geosetter für Windows von Friedemann Schmidt. Die Software hat einen enormen Funktionsumfang und kann neben den normalen Positionsdaten auch Blickrichtung und Winkel anzeigen. Die Software ist relativ einfach zu bedienen. Man speichert die GPS-Trackdatei in den gleichen Ordner wie die Fotos und öffnet diesen Ordner in GeoSetter. GeoSetter zeigt den entsprechenden Track dann gleich in einer Karte an. Im Menü öffnet man die Referenzfunktion und kann hier noch einen Korrekturwert für die Kamerazeiteinstellung eintragen. Dies ist besonders praktisch, wenn die Kamerauhrzeit nicht richtig eingestellt war. Mit einem Klick auf OK berechnet die Software alle nötigen Daten.

geosetter

Als zusätzliches Extra kann man aus einer Datenbank zusätzlich Ortsnamen und Höheninformationen abrufen und als Stichwörter zu den Fotos speichern. Diese Stichwörter sind bei einem Import in Lightroom auch vorhanden und somit durchsuchbar. Da die Software Freeware ist sollte aber jeder User eine Spende an den Autoren geben, damit sich auch eine Weiterentwicklung und Pflege der Software lohnt.

myTracks
Problematischer wird die Softwaresuche für den Mac. Hier gibt es deutlich weniger brauchbare Software. Ein Produkt vergleichbar mit dem enormen Funktionsumfang von GeoSetter fehlt gänzlich. Seit einiger Zeit bietet jedoch Dr. Dirk Stichling die Software myTracks an.

mtcomplete

Sie ist für knapp 13 Euro im MacAppStore erhältlich und ist nicht wie GeoSetter als Software für den GPSProfi mit unzähligen Funktionen zu sehen sondern setzt auf eine leichte und schnelle Bedienung. myTracks funktioniert gänzlich per drag-n-drop. Die GPS-Trackdatei wird einfach in das myTracks Fenster gezogen. Man wählt nun entweder im Finder oder bsp. in Lightroom die gewünschten Fotos aus und zieht auch diese einfach in das myTracks Fenster. Ist die Automatik aktiviert sucht die Software automatisch nach allen Informationen und speichert diese auf Wunsch zu den Aufnahmen. Eine manuelle Setzung von Geokoordinaten ist auch möglich.

mtdetail

Nachdem die neuen GPS-Daten gespeichert wurden wechselt man zurück in Lightroom und aktualisiert dort die Metadaten für die ausgewählten Bilder. Toll ist auch, dass der Autor einige Videos zum Workflow bereit hält, hier z.B. das Video für Lightroom. Beim ersten Test hatte ich das Problem, dass die neuen Informationen nicht gespeichert wurden. Eine Supportmail und wenige Minuten später kam die Lösung. Das externe Laufwerk muss in den Einstellungen von myTracks hinterlegt werden, da sonst die Sandbox einen Strich durch die Koordinaten macht.
Schade ist, dass in myTracks die Karten von google nicht eingebunden sind. Dies ist wohl den Lizenzgebühren geschuldet. Ich denke aber, dass eine Integration von Hand durch den User möglich sein müsste… Ich arbeite daran, sobald ich eine Lösung gefunden habe werde ich diese bereitstellen.

Fazit
Geotagging ist eine sinnvolle Angelegenheit, wenn man viele Aufnahmen auf einer Kartendarstellung zuordnen möchte. Für Windows gibt es eine sehr gute Anwendung namens GeoSetter. Für den Mac gibt es myTracks das zwar nicht so viele Funktionen wie GeoSetter mitbringt und einen geringen Betrag kostet, dafür jedoch extrem einfach zu bedienen ist.

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4 Kommentare zu “Geotagging

  1. Sehr schöne, kurze Zusammenfassung vom Geotagging Thema. Die vorgestellten Software-Systeme sind auch genau meine Favoriten. Habe ich auch auf meinem Blog vorgestellt.
    Zusätzlich vielleicht noch erwähnenswert ist Lightroom. Kann seit Version 4 Geotagging und wird von vielen Fotografen eingesetzt.

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    • Danke für den Kommentar! Hatte auch überlegt auf Lightroom einzugehen, da die Geotagging-Funktion darin jedoch nicht mehr als eine GoogleKarte ist hatte ich das ausgelassen, eventuell kommt dazu noch eine Ergänzung.

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  2. HI Moritz,
    hast Du einen Weg gefunden MyTracks mit Google Maps zum Laufen zu bringen ?

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    • Hallo Tobias, ja habe ich gefunden. Mit GoogleMaps funktioniert es ganz gut, ich bastle gerade noch an GoogleMapsSatellit, dann stell ich die Info hier online.

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